Ein Gefühl von Schwerelosigkeit – Der Kunst-LK „in orbit“

IMG_7826Im September 2014 unternahmen wir, der Kunst-Leistungskurs der Jahrgangsstufe Q2, eine ganztägige Exkursion nach Düsseldorf und sahen uns die „Kunstsammlung NRW“ an.

Ein sehr außergewöhnliches und für uns faszinierendes Werk war eine Rauminstallation mit dem Namen „in orbit“ des Künstlers Tomàs Saraceno. Dabei handelte es sich um 2.500 m² große Stahl netze, die in drei Ebenen in mehr als 25 m Höhe befestigt waren. Auf den Netzen platzierte der Künstler luftgefüllte PVC-Kugeln von bis zu 8,50 m Durchmesser.

Das Reizvolle an diesem Kunstwerk war, dass es von den Besuchern betreten werden konnte. Aus Sicherheitsgründen bekam jeder, der die Netze begehen wollte, einen Overall sowie Schuhe mit gutem und festem Profil. Nach der Klärung wichtiger Regeln für die Begehung des Kunstwerkes durften wir endlich in die Rauminstallation klettern.

Zunächst betraten wir die Netze mit äußerster Vorsicht, denn sie waren keineswegs nur waagerecht gespannt, sondern manchmal mussten wir auch sehr steile Pfade und Anhöhen überwinden. Bei jedem Schritt wackelte und schwankte das gesamte Netz. Ein Glück, dass wir alle schwindelfrei waren! Man kann sich vorstellen, dass sich einige von uns in mehr als 25 m Höhe unsicher fühlten. So kamen bezüglich unserer Kletteraktion in der Installation kuriose Gedanken auf: Ist die Konstruktion wirklich sicher? Reißt das Netz eventuell, wenn sich mehrere Personen gleichzeitig darauf bewegen? Aber nach gewisser Zeit wurde uns allen klar, dass das Netz halten wird.

Das Klettern in den Stahlseilen machte uns sehr viel Spaß und mit zunehmender Übung wurden wir sicherer in unseren Bewegungen. Es war für uns alle ein unglaublich aufregendes Zusammenspiel von Lust, Übermut und Angst sowie der Freude und dem Stolz, unsere Furcht überwunden zu haben. Eine außergewöhnliche Kombination von Emotionen und Eindrücken erfasste uns. Fast bekam man das Gefühl von Leichtigkeit und Schwerelosigkeit, als würde man schweben oder fliegen. Traute man sich in die Tiefe zu schauen, wirkten die Ausstellungsbesucher, die sich unterhalb der Netze bewegten, wie Streichhölzer, so klein waren sie aus unserer Sicht geworden. Hier oben fühlte man sich frei, unabhängig und unbeschwert.

Doch leider war die Zeit des Kletterns auf der Konstruktion auf 10 Minuten begrenzt, da viele Besucher das Kunstwerk besuchen wollten. Schade! Das Klettern machte mittlerweile allen so viel Spaß, dass keiner mehr das Kunstwerk „in orbit“ verlassen wollte. Als wir schließlich doch wieder festen Boden unter den Füßen hatten, waren wir alle absolut begeistert und emotionalisiert. Das war ein Riesenvergnügen und so machte uns Kunst, die man mit allen Sinnen erleben konnte, richtig Spaß!

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Rahel Jeschor (01.12.2014)